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Die neue Bio-Verordnung


Alles neu macht der Mai – so lautet ein altes Sprichwort. Nicht ganz trifft es zu, denn alles Neu macht die EU Bio-Verordnung, die seit dem 01.01.2022 gültig ist und weitreichende Konsequenzen im deutschen Handel mit sich bringt – auch im Bereich Tee! Die aktuelle Revision der Bio-Verordnung ist die erste große Überarbeitung der Richtlinien seit vielen Jahren und war durchaus an einigen Stellen notwendig, um mit den Entwicklungen in der Landwirtschaft und dem Handel Schritt zu halten.

Neuerungen bei Teeanbau und -verarbeitung

In vielen Bereichen ergeben sich Neuerungen was den Anbau und die Verarbeitung von Bio-Produkten angeht. Diese betreffen uns als Händler mittelbar, denn sie müssen von den Teebauern in aller Welt umgesetzt werden! Egal ob der Tee in Nepal, auf Indonesien, China oder Japan wächst – ist er nach EU-Richtlinie zertifiziert, muss er den europäischen Richtlinien entsprechen und wird nach ebendiesen auch mindestens einmal pro Jahr kontrolliert. Dabei wird nicht nur der Teebauer vor Ort kontrolliert (wir sprechen von einem Audit), sondern auch mögliche Verarbeiter, Lagerhalter, Reedereien und Transportunternehmen, sowie auch die TeeGschwendner Zentrale und letzten Endes jedes einzelne Fachgeschäft. Nur so lässt sich lückenlos nachverfolgen und belegen, dass auch wirklich Bio drin ist, wo Bio drauf steht!

Die gute Nachricht vorweg: wer bislang Bio-Tee angebaut hat, muss das Rad nicht neu erfinden, sondern an den Regelungen für den Anbau von Tee hat sich nichts Grundlegendes verändert. Alle Lieferanten, die bis dato zertifiziert waren, behalten auch weiterhin ihr Zertifikat.

Neue Regelungen für den Einsatz von Aromen

Eine für uns weitaus weitreichendere Veränderung regelt nun den Einsatz von Aromen in Bio-Lebensmitteln. Bis zum Zeitpunkt der Revision durfte jegliches natürliche Aroma (gewonnen aus natürlichen Stoffen) in Bio-Lebensmitteln (nicht bloß Tee, sondern allgemein) verwendet werden. So musste das natürliche Aroma mit Vanille-Geschmack nicht unbedingt aus der Vanille kommen, sondern konnte beispielsweise auch aus der Kurkumawurzel stammen, da diese ebenfalls Vanillin enthält – aber weitaus einfacher anzubauen ist, als die Vanilleschote. Damit ist nun Schluss!

Ab sofort müssen alle aromatisierten Bio-Lebensmittel (also neben Tee auch Joghurt, Getränke, Eiscreme etc.) natürliches Aroma FTNF (from the named fruit), also aus der namensgebenden Frucht enthalten. Sprich ein Bio-Tee mit Vanille muss Aroma aus der Vanilleschote enthalten, auch wenn es chemisch gesehen keinen Unterschied macht, woher das Vanillin stammt.

Ein kurzer Anruf bei unseren Aromenlieferanten genügt, um festzustellen: das wird ein Nachspiel haben. Denn die große Auswahl an natürlichen Aromen ist nun auf einen Schlag reduziert auf zwei Handvoll Aromen, die überhaupt noch für Bio-Produkte in Frage kommen. Das sind zum einen Zitrusaromen wie Orange oder Zitrone und auf der anderen Seite zum Beispiel Vanille. Bio Tee mit natürlichem Erdbeer-Aroma beispielsweise ist gemäß neuer Verordnung nicht darstellbar, da es kein natürliches Erdbeer-Aroma gibt, das zu 100% aus der Erdbeere stammt!

Im Zuge dieser Umstellung mussten wir daher einige Klassiker umstellen, auch wenn sich an der eigentlichen Rezeptur nichts geändert hat. So ist beispielsweise unser Milky Oolong nun nicht mehr Bio, obwohl exakt die gleichen Zutaten enthalten sind wie noch im letzten Jahr. Der Tee ist jetzt weder schlechter noch besser. Die Qualität und unser Anspruch an die Rohwaren sind unverändert. Doch die Zertifizierung fehlt nun, was durchaus einige Verbraucher irritiert. Bitte fragen Sie uns im Zweifelsfalle vor Ort oder online – wir geben gerne Auskunft über die Veränderungen.

Auch Sie werden die Auswirkungen der neuen Bio-Verordnung spüren – achten Sie doch beim nächsten Wocheneinkauf einmal vermehrt auf die Bio-Sortimente.

Autor: Daniel Mack, Leitung Tee-Einkauf
Seit fast 20 Jahren arbeitet er im deutschen Teehandel und ist bei TeeGschwendner verantwortlich für den Einkauf der Tee-Rohwaren aus aller Welt. Als Tea Taster liegen seine Schwerpunkte im Bereich Südostasien, Indien und den „Exoten“ wie Neuseeland und Georgien.